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Auto des Monats - April 2015
Rolls-Royce 20 H.P. "Grey Ghost", 1905, #24263
Roi de Belges von Barker


Rolls-Royce 20 H.P.
Rolls-Royce 20 H.P. "Grey Ghost", #24263, 1905, Roi de Belges von Barker. Am Steuer Eric Platford, ein Werksfahrer, der auch Wettbewerbseinsätze fuhr. Hier am Eingang zu Glen Helen fotografiert, als "Grey Ghost" beim Gordon-Bennett-Rennen als Transportmittel für Mitglieder des Renn-Kommittees zur Verfügung gestellt wurde.

Die wohl bekannteste Modellbezeichnung bei Rolls-Royce lautet "Ghost". Sie feiert im Jahr 2015 ihr 110-jähriges Jubiläum. Es war keineswegs der legendäre Rolls-Royce Silver Ghost, #60551, aus dem Jahr 1907, bei dem erstmals dieser Begriff verwendet worden ist. Vielmehr war schon zwei Jahre früher der Name "Grey Ghost" verwendet worden für den ersten Rolls-Royce mit 4-Zylinder-Motor, den ‚Heavy’ 20 H.P. mit der Chassis-Nummer #24263.

Dieses Automobil spielte eine signifikante Rolle in der Startphase unmittelbar nach der Gründung von Rolls-Royce. In Ergänzung zu den nur zur Betrachtung ausgestellten Fahrzeugen von Rolls-Royce bei der Olympia Show im Februar 1905 stand vor der Ausstellungshalle der "Grey Ghost" für Probe- und Vorführungsfahren zur Verfügung. Auf diesen Wagen fiel wenige Wochen später die Wahl von C.S. Rolls für Testfahrten auf der Isle of Man. Er verwendete ihn dort zwecks Vorbereitung auf die Teilnahme am Gordon-Bennett-Rennen. Hart beansprucht wie bei einem echten Renneinsatz, bewährte sich "Grey Ghost" beeindruckend.  

Die elegante Ausführung der von Barker geschaffenen Karosserie wurde durch die Kombination einer Lackierung in "French Grey" mit Lederpolstern in rot unterstrichen. Ergänzt um ein Klappdach über den hinteren Sitzen sowie Windschutzscheiben vorne und vor der Rücksitzbank wurde "Grey Ghost" gegen Ende des Jahres 1906 an einen Kunden namens Guy Ward verkauft. Der hatte diesen Rolls-Royce vorgesehen als Geschenk an seine Verlobte Miss Peacock. Indessen ergab sich als Problem, dass weder er noch seine Verlobte irgendwelche Kenntnisse in der Beherrschung eines Automobils hatten.

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Rolls-Royce 20 H.P.
Rolls-Royce 20 H.P. "Grey Ghost", #24263, Roi de Belges von Barker. Nach der Verwendung für Test- und Vorführfahrten erhielt "Grey Ghost" vorne und hinten Windschutzscheiben sowie ein Klappverdeck. Im Jahr 1906 erfolgte der Verkauf an Guy Ward, hier am Lenkrad, der den Rolls-Royce als Geschenk für Miss Peacock, seine Verlobte, erwarb.

Bei der Auslieferung von "Grey Ghost" im Dezember 1906 oblag es deshalb Harry Fleck, einem Werksfahrer von Rolls-Royce, dem Käufer und seiner Verlobten das Autofahren beizubringen. Dabei passierte dem "enthusiastisch fahrenden" Erwerber prompt ein Mißgeschick und durch einen Anstoß brach der Auspuff. Bei einem Dorfschmied wurde der Schaden umgehend repariert – denn Fräulein Peacock beharrte charmant aber energisch darauf, dass sie ebenfalls den Rolls-Royce fahren wollte. Die junge Dame setzte die Fahrt dann ohne irgendeinen Zwischenfall fort.

Mit dem Namen Rolls-Royce Ghost ist nicht allein ein Bogen über mehr als ein Jahrhundert in die Frühgeschichte des Unternehmens geschlagen. Die beinahe in Vergessenheit geratene Anekdote belegt, dass schon damals, wie auch heute noch, Frauen ebenso wie Männer die Faszination der Automobile Rolls-Royce schätzten.

Rolls-Royce Ghost
Rolls-Royce Ghost Series II, #SCA664S02FUX41353, Baujahr 2013 (Vorserienmodell). Für ein Modell aus der aktuellen Palette hat man bei Rolls-Royce wieder "Ghost" als Namen gewählt; inzwischen gibt den "Ghost" bereits in zweiter Serie.