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Auto des Monats - August 2021
Rolls-Royce Silver Spur, 1983, #DCX07531
Limousine mit langem Radstand


Rolls-Royce Silver Spur

Rechteckige Scheinwerfer bedeuteten eine Abkehr von der für den englischen Hersteller über viele Jahrzehnte üblichen Praxis, Hauptscheinwerfer mit kreisförmigem Lichtaustritt zu verwenden, als 1980 die neue Modell-Generation vorgestellt wurde. Die wurde werksintern mit der Code-Bezeichnung 'SZ' geführt und bestand aus Rolls-Royce Silver Spirit und Bentley Mulsanne, dazu war als Ausführung mit langem Radstand der Rolls-Royce Spur ergänzt. Hinsichtlich der technischen Auslegung bestanden weitgehende Gemeinsamkeiten mit der zuvor produzierten SY-Generation, denn man hatte die Basisauslegung des Fahrwerks sowie Motor und Getriebe beibehalten, wie sie die letzte Ausführung des Rolls-Royce Silver Shadow II (und dessen Schwestermodelle Silver Wraith II sowie Bentley T2) aufgewiesen hatten. Eine vollkommen neue Karosserie bei  SZ-Modellen zeigte ein Styling mit deutlicher Betonung horizontaler Elemente. Diese Linien wurden im Frontbereich von Rechteck-Scheinwerfern unterstrichen.

Rolls-Royce Silver Spur

Für Rolls-Royce waren die völliges Neuland, denn zuvor hatte nur ein italienischer Designer gewagt, von runden Scheinwerfern abzuweichen: Bei dem als Einzelstück gebauten Bentley T1, #CBH4033, hatte Pininfarina mit der neuen Form den vollen Raum zwischen Kühler und Rändern der Kotflügeln genutzt.

Bentley T1

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Heute kann man Pininfarinas originales Design nur noch auf Fotos betrachten, weil bei einer späteren Restaurierung durch Wechsel auf billig wirkende Scheinwerfer anderer Ausführung des Meisters Werk verpfuscht wurde. Es gibt noch einen weiteres Indiz, wie eingehend man sich bei Pininfarina damit beschäftigt hatte, in die Frontansicht von Rolls-Royce Breitbandscheinwerfer zu integrieren. Denn Karosserie-Entwürfe für den von Pininfarina gestylten Rolls-Royce Camargue belegen das. Schon beim frühen Entwurf mit Kürzel 'RA' ist das nachweisbar und bei einem späteren Up-Date mit dem Kürzel 'RF' war die Gestaltung noch prägender.

Rolls-Royce Camargue Draft

Es gibt gute Gründe für die Spekulation, dass in den frühen 1970er Jahren, als in der Design-Abteilung von Rolls-Royce erste Entwürfe für die SZ-Generation Gestalt annahmen, aus Italien angestoßene Überlegungen zu rechteckig geformten Scheinwerfern für die zukünftigen 4-Türer hinsichtlich Anmutung wie auch Funktion eine Rolle gespielt haben. Das führte zu sorgfältigen Abwägungen sowohl ästhetischer wie technischer Optionen. Die erhebliche Fläche, die an der Front zwischen Kühlergrill und Bug der Kotflügelverfügbar war, ermöglichte den Einbau sehr leistungsfähiger Beleuchtungseinheiten. In Verbindung mit einem niedriger als zuvor ausgeführten Kühlergrill verhalten Scheinwerfer mit mehr Breite als Höhe zur angestrebten Betonung des 'horizontal look'. Mit der Entscheidung, sowohl Standlicht wie Blinker in diese Einheit zu integrieren, wurde der Effekt verstärkt. Mit einer seitlich bis in die Fahrzeugflanke gezogenen Variante ließ sich für die Blinker der volle Kreisausschnitt nutzen, wie er den Vorschriften entsprach.

Es war nur folgerichtig, dieses Prinzip auch bei den Rückleuchten beizubehalten. Deren Gestaltung erlaubte den Einbau eines Segments im Kofferraumdeckel. Damit gelang die Einhaltung aller weltweit geltenden – teils unterschiedlichen – Vorschriften hinsichtlich Abmessungen, Lichtstärke, Positionierung und auch reflektierender Einheiten (‚Katzenaugen’) sowie Nebelleuchten hinten.

Der Leiter des Design-Teams war zu jener Zeit Fritz Feller. Von ihm ist die Bemerkung überliefert: "You shine a light upwards onto your face if you want to look evil or do not wish to be recognised, so why illuminate a number plate in this way." Konsequent wurde bei Rolls-Royce Silver Spirit und Bentley Mulsanne – und selbstverständlich ebenso beim Silver Spur – dafür gesorgt, dass die Kennzeichenbeleuchtung oberhalb der Nummernschilder installiert ist.

Damit ist nur ein Schlaglicht gerichtet auf die Vielzahl von Innovationen, mit denen Fritz Feller und seine Kollegen in der Styling-Abteilung in Crewe für die neue SZ-Generation den von Feller formulierten Anspruch umsetzten: "Wir haben unsere Aufgabe erfüllt, wenn spät an einem Winterabend in einer mäßig beleuchteten Straße jemand aus dem Fenster sieht und einen Blick erhascht auf ein dunkles und fahrtbedingt verschmutztes Auto und sagt: ‚Da fuhr gerade ein Rolls-Royce vorbei'."

The Spirit of the AgeMit enormer Recherche-Tiefe und illustriert mit einer Vielzahl exquisiter Bilder widmet sich das gerade neu erschienene Buch "The Spirit of the Age" von Davide Bassoli den Rolls-Royce Silver Spirit, Silver Spur, Bentley Mulsanne, Turbo R und daraus entwickelten Modellen bis zu den letzten Bentley Brooklands und Bentley Turbo RT. Mit geradezu wissenschaftlicher Akribie hat er zudem den Sonderausführungen z.B. von Jankel und Hooper nachgespürt. Lediglich in einer limitierten Auflage von 500 Exemplaren erschienen und höchst empfehlenswert.

Rolls-Royce Silver Spur


 

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