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Rossfeldt: Rolls-Royce and Bentley / From the Dawn of the 20th Century into the new Millennium

Bentley Arnage Red Label
(1999 - 2002)

Bentley Arnage Red Label
Bentley Arnage Red Label, Bj. 2001, #YCX05945. Die markanten Leichtmetallräder für den leistungsstarken Red Label fertigte RONAL, komplett einschließlich Aluminium-Nabenkappe mit eingeprägtem B.

Mit dem wuchtigen Drehmoment von 835 Newtonmeter - weltweit wurde das von keinem viertürigen PKW übertroffen - debütierte auf der IAA/Frankfurt im September 1999 der Bentley Arnage Red Label. Das neue Modell brachte zum Ausdruck, wofür Volkswagen, nachdem der Konzern für einen hohen Betrag die Marke Bentley übernommen hatte, weitere Summen zu investieren bereit war: Bentley-Automobile mit prägnantem Profil zu etablieren. Die Bezeichnung Red Label verwies auf das rot eingelegte Firmenemblem "Winged B" und grenzte die Neuvorstellung vom Bentley Arnage Green Label ab.

Winged B LogoIm Gegensatz zum Green Label, der mit einem von BMW gelieferten V8 mit 4 ½ Litern Hubraum bestückt war, war in den Motorraum des neuen der "alte" V8 mit 6 ¾ Litern Hubraum eingepaßt, der auch den großen Continental-Coupés und dem Cabrio Bentley Azure Vortrieb gab. Und die Art dieses Vortriebs war unvergleichlich, weil der Hubraumriese in Verbindung mit dem perfekt abgestimmten Turbolader schon bei geringer Drehzahl gewaltigen Schub bereitstellte; eben die besagten 835 Newtonmeter bereits bei 2.100 U/min.

Indessen war es keine leichte Aufgabe gewesen, den "alten" Motor (dessen Urform schon 1959 beim Bentley S2 Premiere gefeiert hatte!) auf die Anforderungen der Neuzeit zu trimmen, etwa bezüglich Abgasverhalten. Die digitale Motorsteuerung erfolgte über ein Zytek EMS3-System und das bedingte sehr aufwendige Anpassungen, um mit den anderen elektronischen Reglern - weit überwiegend Bosch-Produkte - zu kommunizieren. Als der Bentley Arnage 4 ½ Liter, der als Modell Bentley Arnage Green Label im Programm blieb, ursprünglich konzipiert worden war, hatte es keine Probleme hinsichtlich Kompatibilität gegeben, denn der elektronische Motorregler für das BMW-Aggregat stammte ebenfalls von Bosch.

Bentley Arnage Red Label
Bentley Arnage Red Label, 1999, #YCX4001. Dieser als Vorführwagen mit Schweizer Kennzeichen zugelassene Bentley Arnage Red Label zählt zu den ersten überhaupt fertiggestellten Wagen, denn er trägt eine der frühestmöglichen Chassis-Nummern. (Photo: H.P.Koch)

Die Vorderachse des Bentley Arnage Red Label war komplett überarbeitet worden. Das war unumgänglich, weil das neue Modell - nicht zuletzt infolge des "Big-Block"-Motors - gegenüber dem hubraumschwächeren Schwestermodell über 200 Kilogramm mehr Leergewicht aufwies. Hier liegt wohl auch zum Teil die Erklärung für die Vergrößerung des Durchmessers der Bremsscheiben auf 348 mm vorn und 345 mm hinten. Von der verbesserten Bremsanlage profitierte auch der Green Label - ebenso wie von einer Optimierung des Karosseriekörpers im hinter dem B-Pfosten liegenden Bereich. Ohne Veränderung der äußeren Gestaltung wurden dadurch für die hinten Sitzenden 5 cm mehr Knieraum erzielt.

Die Finanzkraft des neuen Eigentümers erlaubte zudem, eine Vielzahl weiterer Entwicklungen in die Serie einfließen zu lassen; nennenswert darunter die klappbaren Außenspiegel und das satellitengestützte Navigationssystem. Mit einem Prototypen, ausgestellt anläßlich des Pariser Salons im September 2000, wurde die Kundenreaktion auf einen Bentley Arnage Red Label mit verlängertem Radstand getestet. Der um gut 25 Zentimeter (!) verlängerte Wagen mit einer außerordentlich aufwendigen Ausstattung, einschließlich Trennscheibe, fand positive Aufnahme. Ohne große Verzögerung wurde bereits im Januar 2001 bei der nächsten wichtigen Autoshow, der in Detroit, die Ausführung mit verlängertem Radstand als Serienmodell eingeführt. Subtil verlängerte Türen vorne wie hinten sorgten für ein harmonisches Gesamtbild. Man hatte sorgsam den Fehler vermieden, lediglich Bodengruppe und Dach zu verlängern und über eine eingepaßte Mittelpartie den Bentley mit seiner optischen Anmutung auch nur in die Nähe von "Stretchlimousinen" geraten zu lassen. Der Zunahme an Länge wie Gewicht wurde Rechnung getragen mit neuer Abstimmung von Federung und Lenkung sowie neu kalibrierten Bremsen. Im Effekt gelang es, die überlegenen Fahreigenschaften mit nach wie vor sportlichen Beschleunigungswerten zu kombinieren mit einem durch den Raumzuwachs erheblich gesteigerten Komfort für die Passagiere.

Bentley Arnage Red Label
Bentley Arnage Red Label, 2002, #1CX064966


Technische Daten:
8 Zylinder in V-Form, Zylinderreihen im 90-Grad-Winkel; Leichtmetall-Motorblock, Bohrung x Hub 104,14 mm x 99,06 mm, Hubraum 6.750 ccm; Leichtmetall-Zylinderköpfe; Zytek EMS3 Motormanagement für Einspritz- und Zündvorgänge; Garrett AiResearch Turbolader mit Ladeluftkühlung und Boost Funktion; Leistung: 405 PS/298 KW bei 4.000 U/min; max. Drehmoment 835Nm bei 2150 U/min; Hinterradantrieb; 4-Gang-Automatik; Automatische Stabilitätskontrolle ASC (Drehmomentbegrenzung/Bremseneingriff an der Hinterachse); Einzelradaufhängung mit Schraubenfedern und Teleskopstoßdämpfern; Stabilisatoren vorne und hinten; hydropneumatische Girling-Niveauregulierung hinten, rundum innenbelüftete Scheibenbremsen (vorn 348 mm, hinten 345 mm), Vierkanal-Antiblockiersystem; Radstand 3.116 mm (ab 2001 optional Version mit langem Radstand 3.366 mm), Spurweite vorn 1.608 mm, hinten 1.608 mm; Reifen 255/50 R18; Geschwindigkeit: max. 245 km/h


Bentley Arnage Red Label
Bentley Arnage Red Label, 1999, #YCX4001.

Produktionszahlen
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