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Auto des Monats - Dezember 2009
Rolls-Royce Phantom, 2004, #UX00601


Bereits mit Einführung des Rolls-Royce Phantom als neues Modell richteten sich die Überlegungen des Stabes im neuen Werk in Goodwood auch darauf, ein Programm zu definieren, um später den Verkauf von gebrauchten Fahrzeugen zu fördern. Man wollte für die Vermarktung der über die Jahre zunehmenden Zahl solcher Fahrzeuge, die dann als ‚pre-owned’, mithin als Gebrauchtwagen, bezeichnet würden, gewappnet sein. Mit dem Begriff ‚Rolls-Royce Provenance’ wurde das Programm umrissen, mit dem man Käufern eines Rolls-Royce Phantom aus Vorbesitz die Gewähr bieten wollte, ein zuverlässig mängelfreies Automobil zu erwerben.

Von maßgeblicher Bedeutung war der Gedanke, dass für den Nimbus der Marke in der Vergangenheit die legendäre Zuverlässigkeit signifikant gewesen war – einen solchen Vorteil zu verspielen, wäre sträflich gewesen. Außerdem verlangte auch die veränderte rechtliche Situation Beachtung, weil zum Beispiel für die Länder der Europäischen Union rechtsverbindlich geworden war, dass beim Verkauf eines gebrauchten Automobils – insbesondere wenn es sich um ein bis dato im Betriebsvermögen eines Unternehmens geführtes Kraftfahrzeug handelte – Ausschluß von Gewährleistung nahezu unmöglich war.

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Mit großer Umsicht wurde deshalb sichergestellt, dass zu jedem Rolls-Royce Phantom die Angaben zu bei den authorisierten Händlern ausgeführten Service- und zu Reparaturarbeiten lückenlos erfasst wurden und ebenso die Laufleistung individuell für jedes Auto verifiziert war. Vor einem Wiederverkauf stand eine detaillierte Inspektion, bei der jedweder Mangel behoben wurde – wobei für Komponenten wie Bremsscheiben und Bremsbeläge oder Reifen die Erneuerung verlangt wurde deutlich eher als nach Maßgabe der üblichen ‚Limits’. Falls innerhalb der nächsten 6.500 Kilometer (bzw. 4.000 Meilen) eine Inspektion fällig wäre, wurde die vorgezogen. Die Sorgfalt reichte soweit, außerdem zu prüfen, ob eine Notiz vorlag, das betreffende Auto von einer Versicherung als Totalschaden abgerechnet worden oder womöglich sei als gestohlen gemeldet. In Ländern, wo ein Automobil etwa ‚mit eine Hypothek belastet’ werden konnte, reichte die Umsicht so weit, sicherzustellen, dass keine finanziellen Verpflichtungen als Last verblieben.

Für den Fall, dass dennoch ein Problem aufträte, bot ein rund um die Uhr besetzter Notruf die Gewähr, dass mit Priorität nach einer Panne oder einem Unfall Hilfestellung erfolgte. Der Hersteller schränkte die Gebrauchtwagen-Garantie nur ein für Bereiche, auf die er keinen Einfluß hatte, beispielhaft zu nennen Steinschlagschäden an Windschutzscheibe oder Lack, Reifendefekte oder Versagen der Batterie.

Unausweichlich nötigte das zu Kompromissen hinsichtlich Datenschutz – denn mit Akribie wurde nachgehalten, was wann wo und mit wie viel Aufwand in die Reihe gebracht worden war (indessen war der Stellenwert informationeller Selbstbestimmung sowieso erodiert). Einem Käufer mochte es ein Gefühl der Beruhigung geben, weil auch für einen ‚pre-owned’ Rolls-Royce Phantom ein ansehnlicher Betrag zu investieren war.


 

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