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Bentley Continental

 

 

 

Auto des Monats - Februar 2017
Bentley R Continental, 1955, #BC9LE
Coupé von Franay (Paris)

Bentley R Continental

Mit der Chassis-Nr. #BC9LE entstand der letzte von insgesamt nur 208 je gebauten Bentley Continental. Mit einem Coupé-Aufbau von Franay, einem in Paris ansässigen Karosseriebau-Betrieb, kam er im Mai 1955 zur Auslieferung an M. Choumart, Frankreich.

Für das Modell Bentley Continental setzte sich später zwecks einfacher Zuordnung in der Typen-Palette allgemein die Bezeichnung Bentley 'R' Continental durch. Zu seiner Zeit handelte es sich um den schnellsten serienmäßig gebauten viersitzigen Sportwagen weltweit. Um dies Ziel zu erreichen, hatte der Hersteller neben technischen Modifikationen gegenüber der Basis-Auslegung des Bentley R auch die Einhaltung extrem rigider Gewichtsvorgaben zur Bedingung gemacht. Denn ab Werk ausgeliefert wurden lediglich mit allen Antriebs- und Fahrwerks-Komponenten ausgestatte Chassis, die dann bei diversen Karosseriebau-Betrieben mit einem Aufbau komplettiert wurden. Hinsichtlich Bentley R Continental schuf den Löwenanteil mit 193 Exemplaren seines Fließheck-Coupés der englische Karossier H.J. Mulliner. Der Rest verteilte sich, mit jeweils lediglich einstelligen Stückzahlen, auf bei bei Pinin Farina, Italien, bei Carrosserie Graber, Schweiz, sowie bei Park Ward, England, geformte Aufbauten.

Von Anfang galten Bentley 'R' Continental als Fahrzeuge von besonderem Rang; über die Jahrzehnte haben sie den Status gewonnen, dass jeder einzelne einer Ikone gleich kommt. Überaus sorgfältig recherchiert finden sich Angaben zur Geschichte und zur technischen Entwicklung dieser Raritäten in zahlreichen Berichten und Büchern. Breiten Raum nimmt das Modell ein in Martin Bennetts "Bentley Continental, Corniche & Azure".

Hier soll eine Besonderheit geklärt werden, die sogar einer Koryphäe wie Stanley Sedgwick, dem verstorbenen Patron des Bentley Drivers' Club, der selbst den Prototypen des Bentley 'R' Continental über Jahrzehnte besaß, Kopfzerbrechen bereitet hat. Mit Bezug auf #BC9LE hatte Stanley Sedgwick in seinem Kompendium BENTLEY 'R' TYPE CONTINENTAL (BDC, Long Crendon 1978) auf Seite 62 aus den Werksunterlagen zitiert: "Visible indication of oil level in braking system".

Erstens ist anzumerken, dass der Bentley 'R' Continental lediglich an den Vorderrädern über hydraulisch betätigte Bremsen verfügt; die Bremsen hinten sind gestängegesteuert. Zweitens kommt Bremsflüssigkeit (englisch: brake fluid) zum Einsatz und KEIN Öl. Erst Jahrzehnte später stellte Rolls-Royce, unter deren Dach von den 30er Jahren bis Ende der 90er auch die Marke Bentley beheimatet gewesen ist, bzgl. Bremsanlage auf die Verwendung eines speziellen Mineralöls um. Was hatte es also für eine Bewandtnis mit der Eintragung "Visible indication of oil level in braking system" in den "Chassis Card Details", die im Werk als Dokumentation der Spezifikationen wie auch z.B. der Daten aus der Fertigstellung geführt wurden?

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Brake Fluid Reservoir

Die Erklärung liegt in den Zulassungs-Bestimmungen, die in den Ländern auf dem europäischen Kontinent variierten und zudem mit der Zeit immer mal wieder wegen administrativer Vorgaben zu Aktualisierungen zwangen. In Frankreich war in den 50ern eine neue Vorschrift erlassen worden (nahezu zeitgleich trat die auch in Belgien in Kraft). Die verfügte die Montage eines "transparenten Behälters für Bremsflüssigkeit". Damit war auf den ersten Blick erkennbar, ob zum Beispiel wegen einer Leckage im hydraulischen Bremssystem der Bremsflüssigkeitsstand unter ein kritisches Level abgesunken war. Die Verwendung des Glasbehälters mit Metalldeckel, wie er bei #BC9LE zum Einbau kam, war ein Vorgriff auf ein technisches Merkmal des Nachfolgemodells Bentley S1 (sowie dessen Schwestermodells Rolls-Royce Silver Cloud I). Denn genau so ein "Glass Bowl" als Bremsflüssigkeits-Behälter wurde für das Nachfolgemodell – das indessen der Öffentlichkeit noch nicht bekannt war, als #BC9LE produziert worden ist - zum Serien-Standard.

Bentley R Continental



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