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Die "Autos des Monats"

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Auto des Monats - Februar 2020
Rolls-Royce Silver Ghost, 1923, #267BG, "Piccadilly"
2-Sitzer Cabriolet von Rolls-Royce Custom Coachwork


Rolls-Royce Silver Ghost

2020 ist das Jahr, um "CENTENARY OF ROLLS-ROYCE OF AMERICA", will heißen das 100-jährige Jubiläum von Rolls-Royce of America zu zelebrieren. Hinsichtlich der Festlegung auf ein Datum hatte eingehende Recherche schon so lange zurückliegend eingesetzt, dass einige der beteiligten Experten inzwischen leider verstorben sind. Die Fairness gebietet, die Namen John Webb deCampi, Autor des Buches "Rolls-Royce in America" zu erwähnen ebenso wie Robert D. Shaffner, ein Gründungsmitglied der "Phantom III Technical Society". Aber es gab weitere Beteiligte an der Diskussion (geführt zu einer Zeit, als Korrespondenz noch für Austausch von Briefen auf dem Postweg stand), welches Datum korrekt zuträfe hinsichtlich des Starts von Rolls-Royce of America. Für solch ein Datum gab es natürlich etliche Kandidaten, in Abhängigkeit davon, welche Aktivitäten von Rolls-Royce auf amerikanischen Boden als DAS signifikante Datum setzend anzusehen seien. Letztlich wurde die Auswahl von Daten für den tatsächlichen Start der Automobil-Produktion von Rolls-Royce of America eingegrenzt auf 2 Alternativen: Entweder die am 18. Oktober 1919 erfolgte Eintragung in der Rechtsform eines Unternehmens nach den Statuten des Staates Delaware als "Rolls-Royce of America, Inc." mit dem Geschäftszweck, der auch "...Herstellung und Vertrieb von Automobilen..." enthielt. Oder den 1. Februar 1920, als in der Fabrik in der Hendee Street, Springfield, Massachusetts, 5 Angestellte von Rolls-Royce of America, Inc., die Arbeit aufnahmen um "...gemäß aus England gelieferten Blaupausen Teile und Werkzeuge zu prüfen und zu bestellen..." – folglich gilt der 1. Februar 1920 als maßgeblich, weil ab diesem Datum "Action" startete für den Produktionsbeginn des Rolls-Royce Silver Ghost in den USA.

Rolly-Royce Silver Ghost

Mit penibler Umsicht wurde gewährleistet, einen gleich hohen Qualitäts-Standard zu gewährleisten wie er die Rolls-Royce aus englischer Fertigung prägte. Tatsächlich gab es bei den handverlesenen US-Mitarbeitern den Ehrgeiz "Let’s beat the British" – und dank deren Kompetenz, Fleiß und Arbeitsmoral konstatieren nicht wenige Autosammler heute, dass sie solchem Anspruch gerecht geworden sind. Das ist keine Einzelmeinung; nur gering verklausiert erfolgte eine ähnliche Beurteilung durch den aus England nach USA geschickten Ernest Hives, der es später zum Vorstandschef von Rolls-Royce brachte und ob seiner Leistungen zum Lord geadelt wurde.

Rolls-Royce Silver Ghost

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Kehren wir zurück zum Produktionsbeginn des "Springfield" Silver Ghost, so genannt nach dem Ort der US-Produktion. - Im April 1921 rollte der erste Rolls-Royce Silver Ghost aus der Fertigung im Zweigwerk Springfield/Massachusetts (USA). Es hatte einige Zeit gebraucht, dort eine Fabrik komplett darauf auszurichten, die Ankündigung von Rolls-Royce in die Tat umzusetzen, nämlich Autos vom Typ 40/50 H.P., besser bekannt als Silver Ghost, in den USA zu produzieren. Wie erwähnt galten die gleichen Standards hinsichtlich Materialqualität und vorzüglicher Arbeitsausführung, wie sie den herausragenden Ruf des englischen Stammwerks begründet hatten. Frühe Modelle waren in ihrer Auslegung vollkommen identisch mit den Gegenstücken aus britischer Fertigung.

Rolls-Royce of America lieferte – wie es auch in England üblich war – ein Fahrgestell mit Motor, das der Kunde dann mit einer Karosserie seiner Wahl fertigstellen ließ. Wahlweise gab es indessen bald darauf eine Lösung angepaßt an den Standard des US-Automarktes. Denn dort waren Kunden gewohnt, mit einem "kompletten Auto" quasi aus dem Showroom des Händlers in den Straßenverkehr zu wechseln. So sensibel, wie Rolls-Royce stets auf Marktgegebenheiten regierte, geschah das auch bei Rolls-Royce of America, Inc.: Rolls-Royce Custom Coach Work wurde eingerichtet und bot eine Auswahl attraktiver Aufbauten. Die waren bei diversen, stets hochklassigen Karossiers, im Werksauftrag fertiggestellt worden.

Rolls-Royce Silver Ghost

Im US-Zweigwerk, d.h. von Rolls-Royce of America, Inc., in Springfield, Massachusetts, USA, gebaut, erhielt der Silver Ghost, #267BG, die mondäne Piccadilly Karosserie als 2-Sitzer-Cabrio nach Vorgabe von Rolls-Royce Custom Coachworks. Die Auslieferung erfolgte 1923 an einen Käufer aus Auburn im Staat New York. Für dieses Auto erwies sich als glücklicher Umstand, dass es später in die Obhut eines Enthusiasten in der Schweiz wechselte. Denn mit einer Sorgfalt, die an das nunmehr 100 Jahre alte US-Motto "Let’s beat the British" erinnert, wurde das Auto in einem Zustand gehalten, dass es so präzise läuft "wie ein Schweizer Chronometer".

Rolls-Royce Silver Ghost


Addendum: US-Präsidenten und der Silver Ghost

Rolls-Royce Silver Ghost
US-Präsident Woodrow Wilson förderte mit aller Kraft 'New Technology'. Er war Präsident, als 1914 der Panama-Kanal öffnete und er schuf ein Luftpost-System. Wilson initierte ein Interstate Highway System, erschien in einer der frühesten gefilmten Wahlkampagnen, nutzte ein Mikrofon bei öffentlichen Vorträgen and erlebte das Anfangsstadium von Radio-Übertragungen. Seine Entscheidung war die Schaffung des National Advisory Committee for Aeronautics, aus dem sich Jahrzehnte später die NASA entwickelte. Wilson war sehr Automobil-affin und regte die National Highway Gesetzgebung an. Als er das Weiße Haus verließ, erwarben von den Behörden Freunde den "Dienstwagen", einen Pierce Arrow, um ihm die weitere private Nutzung zu ermöglichen. Am 28. Dezember 1923, seinem letzten Geburtstag, bekam Wilson von seinen alten Studienkollegen aus Princeton als Geschenk einen neuen Rolls-Royce 'Springfield' Silver Ghost, Chassis-Nummer #80JH.

Rolls-Roace Silver Ghost
Als US-Präsident Calvin Coolidge im Jahr 1928 an einer Konferenz in Havanna, Kuba, teilnahm, wurde ihm ein Automobil aus US-Produktion zur Verfügung gestellt - ein Rolls-Royce 'Springfield' Silver Ghost, #S338RK. Der 'Oxford' Tourer von Rolls-Royce Custom Coachwork war 1926 an General G.M. Morales, Präsident von Kuba, geliefert worden, und diente als Staats-Cabriolet.


 

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