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Mehr über Rolls-Royce in diesen Büchern:

 

Auto des Monats - März 2004
Rolls-Royce 20/25 H.P., 1933, #GSY32
Fixed Head Coupé von Binder


Als zu Anfang der 20er Jahre der ‚kleine’ Rolls-Royce 20 H.P. noch im Prototypen-Stadium war, trug dies neue Modell den Codenamen „Goshawk“ (Habicht). Vogelnamen als Bezeichnungen zu wählen war eine Praxis, die sich bei Rolls-Royce erhalten hatte aus der Periode des Baus von Flugzeug-Motoren während des I. Weltkrieges. Es gab indessen keine konsequente Linie – bei Erprobung von Prototypen mit der neuen Vierrad-Bremsanlage wechselte man beim 20 H.P. zur Tarnbezeichnung „India“. Aber die vorherige Verwendung der Bezeichnung „Goshawk“ hatte eine lange über das Produktionsende des Rolls-Royce 20 H.P. hinausreichende Konsequenz: Auch noch beim Nachfolgemodell Rolls-Royce 20/25 H.P. bekamen die nach Frankreich gelieferten Wagen an die Spritzwand im Motorraum eine Platte genietet, die als Typenbezeichnung „Goshawk“ angaben.

Entsprechend findet sich diese Angabe auch auf einer Platte unter der Motorhaube (die auf Sonderwunsch 10 cm länger ausgeführt war als üblich) von #GSY32, denn der erhielt den Aufbau als Coupe bei Binder, Paris. Aufgegeben hatte die Bestellung für die Einzelanfertigung ein portugiesischer Edelmann, Comte di Vizella aus Porto, Portugal. Binder schuf eine beeindruckend elegante Karosserie mit harmonischen Proportionen. Übrigens findet sich unter der Motorhaube auch der Grund, warum die in verlängerter Version verlangt worden war – zwischen Kühler und Ventilator war ein Luftleitblech eingesetzt, um besonders effiziente Kühlung zu erzielen.

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Die Werksunterlagen zu diesem Fahrzeug sind noch vorhanden (bei Rolls-Royce wurden die Dokumente als „Chassis-Cards“ geführt) und belegen, dass der Wagen 1933 original zur Auslieferung kam mit zwei am Heck montierten Reserverädern. Aus dem Jahr 1934 datiert eine Eintragung, dass der Eigner im Werk eine Umrüstung auf Seitenhalterungen (vorne neben der Motorhaube) der Reserveräder vornehmen ließ. Irgendwann ist dann in der Vergangenheit eine Rückrüstung auf die Original-Version erfolgt; allerdings trägt der Wagen heute nicht 2, sondern nur 1 Reserverad eingeschalt am Heck.

Der Comte di Vizella entschied, mit zu jener Zeit top-modischen Art-Deco Elementen das Design seines Automobils zu unterstreichen. Aus dieser Entscheidung resultieren die seitlichen Chromapplikationen. Zudem verwahrte er die Kühlerfigur „Spirit of Ecstasy“ im Handschuhfach und führte einer persönlichen Vorliebe folgend eine von Lalique gefertigte Kristallfigur auf dem Kühler. Er beging damit keinen Stilbruch, denn Binders Design war durchaus flamboyant von der extravaganten Linienführung bis zur Wahl von flammend gemasertem Palisander als Holz für die Innenaustattung.

Überaus löblich, dass der erste Besitzer ebenso wie spätere Eigentümer stets viel Wert auf die sorgfältige Instandhaltung aller technischen Komponenten und auf die Erhaltung der attraktiven äußeren Erscheinung gelegt haben. Deshalb überzeugt der jetzt in der Schweiz beheimatete Rolls-Royce 20/25 H.P. mit einer beeindruckenden Leistungsfähigkeit, die etwa das Überqueren von Alpenpässen selbst bei sommerlicher Hitze keineswegs mit unzuträglichen Kühlwassertemperaturen quittiert. Der derzeitige Eigner bietet dieses Automobil zum Verkauf an. Wenn Sie bei Interesse weitere Einzelheiten wissen möchten, richten Sie Ihre Anfrage an: Matti.Schumacher@freesurf.ch.
Falls durch Zufall der Wagen wieder den Weg nach Frankreich finden sollte, wird dort in die Fahrzeugpapiere dann auch wieder als Typenbezeichnung „Goshawk“ eingetragen...

Photos: (c) Matti Schumacher



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