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Auto des Monats - Juli 2019
Bentley 4 ¼ Liter, 1938, #B187LE
 Sedanca Coupé von Gurney Nutting

Bentley 4,25 Litre

Ein Karosseriebauer von hohem Ansehen war während er 1920er und 1930er Jahre J. Gurney Nutting & Co. Der Schlüssel für den Erfolg des Unternehmens lag in Beschäftigung begnadeter Designer wie A.F. McNeil und J.P. Blatchley. Letzterer hatte seine Tätigkeit begonnen, als A.F. McNeil Chef-Designer war und übernahm noch als 'Youngster' dessen Position, als sich McNeil zu einem Wechsel zu James Young, einem Wettbewerber, entschied. 

Gurney Nuttings Design No. 222 stammt aus einer Periode als beide noch bei Gurney Nutting arbeiteten. Mithin darf vermutet werden, dass der Eine wie der Andere für diese elegante Kreation einen gewissen Input leistete? Die bemerkenswerte Besonderheit eines Sedanca Coupés besteht darin, dass sich das Dach über den Vordersitzen der 2-Türer-Karosserie öffnen lässt, aber der restliche Dachteil fest montiert ist (was einen Unterschied ausmacht zum 3-Positionen Cabriolet, dessen Verdeck sich sowohl völlig  herunterklappen lässt wie auch Arretierung in der "Sedanca Position" erlaubt). Es mag dahingestellt bleiben, inwieweit diese Lösung diktiert war von dem Aspekt, dass sich schneller und bequemer nur der vordere Dachteil öffnen und schließen ließ statt ein komplettes Klappverdeck zu betätigen.

Bentley 4,25 Litre

Blatchley hatte auf Nachfrage seitens des Londoner Händlers Jack Barclay etliche Entwürfe für Sedanca Coupés gezeichnet; von denen wurde nur einer akzeptiert und gefertigt. Jack Barclay betrieb aufwendige Promotion für diese Ausführung und ging soweit, sie als „Barclay Design“ zu bezeichnen. Weder Blatchley noch Gurney Nutting konnten viel dagegen sagen, denn mit einer Diskussion hätten sie womöglich riskiert, einen wichtigen Kunden zu verprellen. Immerhin sah sich Blatchley veranlasst, künftig all seine Entwürfe mit den Initialen "JPB" zu kennzeichnen statt mit "JB". Damit war unterbunden, das "JB" falsch interpretiert werden konnte als Jack Barclay bezeichnend.  

Bentley 4,25 Litre

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Wieviel Eindruck Blatchleys Kreation machte, lässt sich ermessen daran, dass es das einzige Design von Gurney Nutting war, dass je in einen Werkskatalog von Bentley Motors für deren in Derby gebaute Modelle (d.h. Bentley 4 ¼ Liter) Eingang fand.  Eine Abbildung von Design Nummer 222 fand sich auch in einer Anzeige von Franco Brittanic Autos, Paris, und daraus folgerten manche irrtümlich, die Linien dieser Karosserie hätten ihren Ursprung in Frankreich.

Eintragungen in den Werksunterlagen mit Bezug auf #B187LE erscheinen ziemlich konfus und sind nicht ohne weiteres zu entschlüsseln. Dieser Bentley 4 ¼ Liter ist nämlich nicht, wie es auf den ersten Blick scheinen mag, über den Londoner Händler George Newman an dessen Kunden Gomez Waddington geliefert worden. Das Auto sollte stattdessen für den Export nach Kuba vorgesehen werden – und nachdem auch diese Entscheidung umgeworfen wurde, kaufte Jack Barclay das Auto direkt von George Newman (eine andere Quelle gibt an, Barcley habe den Wagen von Waddington erworben und diese Transaktion "gilt als Kündigung von dessen Bestellung"). All dies vollzog sich während das Automobil noch bei Gurney Nutting im Stadium der Komplettierung mit einer Karosserie in Form eines Sedanca Coupés gewesen ist. Die Arbeiten fanden zum 9. September 1938 ihren Abschluss und die Aufbau-Nummer 1829 wurde zugeteilt. #B187LE präsentierte sich mit rauchblauem Lackauftrag, akzentuiert mit einer grauen Coachline; das Interieur war in grauem Leder ausgeführt. Die Extras umfassten eine elektrisch betätigte Jalousie für das Rückfenster, zwei zusätzliche Rückspiegel, Verkleidung für das Reserverad, Radabdeckungen der Speichenräder, versenkt montierte Kennzeichenhalterung hinten, Stoßstangen hinten Sonderanfertigung – und ein Satz Reisekoffer exakt nach den Abmessungen des Kofferraums dimensioniert. 

Bentley 4,25 Litre



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