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Auto des Monats - November 2018
Rolls-Royce Phantom VI, 1977, #PRH4859
Limousine von Mulliner Park Ward


Rolls-Royce Phantom VI

Gibt es Anlaß für die Vermutung, das in 2018 zu zelebrierende 50-Jährige Jubiläum der Vorstellung des Rolls-Royce Phantom VI sei vergessen worden? Kaum vorstellbar aber Fakt ist, dass weder  Berichte noch wenigstens entsprechende Notizen etwa in Publikationen der betreffenden Marken-Clubs zu finden gewesen sind. Eventuell ein Beleg dafür, dass kein sehr großes Interesse just an diesem Modell besteht? Dagegen spricht, dass viele die Überzeugung vertreten, gerade der Rolls-Royce Phantom sei das Luxusautomobil auf ultimativem Level, an das keiner der modernen Nachfolger heran reiche!

Der Produktionsstart datiert auf 1968, wenngleich in dem Jahr lediglich zwei Exemplare zur Auslieferung kamen; es waren #PRH4180 im November 1968 and #PRH4818 im Dezember 1968. Das Werk selbst hatte den eigenen Vorführwagen #PRH1500 nicht vor November 1968 verfügbar; der Prototyp Phantom VI war auf der Basis des Phantom V mit Chassis-Nummer #5VF83 entwickelt worden und kurioserweise erfolgte später die Eintragung in Werksunterlagen "Auslieferung Mai 1969". Die Fertigung erfolgte nicht bei Rolls-Royce in deren Automobilwerk in Crewe sondern in der in Hythe Road in London angesiedelten Fabrik. Dort schufen Mitarbeiter, die ihr Handwerk von der Pike auf gelernt hatten und zu den Besten ihres Fachs zählten jedes Auto als Einzelstück – was prompt zu dem Epitaph führte, diese seien tatsächlich "die letzten wahren coachbuilt cars" – in einem sehr zeitaufwendigen Prozeß, mit immensem Einsatz von Handarbeit. Die Gesamtzahl aller zwischen 1968 und 1991 gebauten Automobile dieser Modellserie liegt bei nur 374.

Rolls-Royce Phantom VI

Das Rückgrat der Automobile-Produktion von Rolls-Royce bildete seit 1965 der Rolls-Royce Silver Shadow, den hinsichtlich technischer Auslegung moderne Features wie selbsttragende Karosserie, hydro-pneumatisch betätigte Scheibenbremsen rundum sowie Einzelradaufhängung vorne wie hinten etc. prägten. Im Vergleich dazu dominieren mit einem Leiterrahmen, Trommelbremsen an allen Rädern, deren Servo über eine Reibkupplung vom Getriebe betätigt wurde und einer starren Hinterachse mit Blattfedern beim Phantom VI viele Elemente, die als Relikte aus der Ära des Silver Cloud einzuordnen sind. Auch mit Bezug auf die Formgebung zeigten sich eindeutig Linien, die im Design der 50er wurzelten. Der Rolls-Royce Phantom war ein Produkt für eine sehr exklusive Nische, in der Nachfrage bestand nach einem nahezu ausschließlich auf Betrieb mit Chauffeur ausgerichteten Auto mit großem Radstand und voluminösem Karosseriekörper, bei dem der Umsetzung von individuellen Ausstattungswünschen eines Kunden kaum Grenzen gesetzt waren.

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Rolls-Royce Phantom VI

Eine schnelle Überschlagsrechnung ergibt, dass bei der Produktionsquote von 309 Autos zwischen 1968 und 1976 eine durchschnittliche Produktionsziffer pro Jahr von nicht einmal 40 Exemplaren. Im Jahr 1977 erfolgte ein Up-Grade mit aufwendigen Modifikationen. Beim V8-Motor erfolgte ein Wechsel vom Aggregat mit 6.230 ccm auf eines mit 6.750ccm, die alte 4-Gang-Hydramatic wurde ersetzt durch ein GM-400 Automatikgetriebe und eine Vielzahl weiterer Technik-Modifikationen. Bei strikt betriebswirtschaftlicher Betrachtung war Investition nicht lohnend, denn über die folgenden Jahre verringerte sich die Nachfrage und zwischen 1977 und 1991 fanden nur noch insgesamt 65 Rolls-Royce Phantom VI Abnehmer in einem Markt, der sich drastisch verändert hatte.

So löst das 50-jährige Jubiläum des Rolls-Royce Phantom VI die Überlegung aus – deutlich spürbar im Gesamtauftritt wie in jedem Detail des hier gezeigten #PRH4859 - dass dieses Modell ein Nachhall von Prunk und Grandezza einer vergangenen (goldenen?) Epoche ist.

Rolls-Royce Phantom VI


 

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