Startseite

Bücher
Ausführliche
Informationen

Modelle
Alle Modelle
seit 1904

Highlights
Coachbuilder,
Special Cars...

Album 1998
Album 1999

Album 2000
Album 2001
Die "Autos des Monats"

Mehr Informationen über Rolls-Royce:
Rossfeldt: R-R und Bentley

 

Auto des Monats - November 2001
Rolls-Royce Silver Wraith
Limousine von Nordberg, 1953, #LALW14


Rolls-Royce Silver Wraith by Nordberg

Eine Geschäftspraxis aus der Vorkriegszeit, nämlich lediglich Fahrgestell und Motor zur Auslieferung zu bringen, um dem Kunden die Wahl des ihm genehmen Karosseriebauers zu überlassen, führte Rolls-Royce in der Nachkriegszeit mit dem Modell Rolls-Royce Silver Wraith fort. Man akzeptierte den Wandel, daß mehr und mehr Kunden komplette Fahrzeuge erwerben wollten - aber insoweit beschränkte die englische Manufaktur in der frühen Nachkriegszeit das Angebot auf den Rolls-Royce Silver Dawn und die Schwestermodelle Bentley Mark VI bzw. Bentley R. Mit einiger Berechtigung kann der Rolls-Royce Silver Wraith als das letzte Modell gelistet werden, für das eine Fülle von individuellen Karosserie-Entwürfen verwirklicht wurden, allesamt sorgfältig abgestimmt auf die Wünsche der Käufer.

Die weit überwiegende Zahl bauten die verbliebenen englischen Karosserieschneider, deren Zahl indessen kontinuierlich abnahm. Die britische Zurückhaltung, neue Linien aufzunehmen, ließ viele Rolls-Royce Silver Wraith mit einem betont konservativen Blechkleid entstehen. Sie zeigten solide Verarbeitung und hochwertige Materialien - aber die Ausstrahlung war eher würdevoll als dynamisch. Als Axel Johnsson, der in England wie in Schweden Wohnsitze hatte, die Bestellung für den hier gezeigten Rolls-Royce Silver Wraith erteilte, entschied er sich jedenfalls dagegen, für den Wagen aus dem Vereinigten Königreich auch dort den Aufbau fertigen zu lassen.

Seitenanfang
 In der Gustaf Nordberg Vagnfabrik in Stockholm, Schweden, waren bereits vor dem II. Weltkrieg, wenngleich nur in sehr geringer Stückzahl, Fahrzeuge von Rolls-Royce eingekleidet worden. Jetzt ging der Auftrag für diesen Silver Wraith mit langem Radstand an die Nordmänner. Und dem Design der Schweden können keineswegs Linien attestiert werden, die den Wagen als Kopie einer Ikone des Empires einordnen. In klarer Anlehnung an das zu jener Zeit „topmoderne“ Styling, wie es jenseits des Atlantik verbreitet war, entstand ein dem Zeitgeist entsprechende geräumige Limousine mit großem Kofferraum. Statt freistehender Scheinwerfer fanden die sich in die Kotflügel eingebaut - und ohne Berührungsängste waren die vorderen Blinker adaptiert, wie man sie vom Mercedes 300 kannte. Als Ausdruck für „form follows function“ kann angesehen werden, dass man bei Gustaf Nordberg ein Problem ausmerzte, dass der bei Linkslenkern obligatorische Schalthebel am Lenkrad verursachte: Der Fahrer konnte bei zügigem Schalten selten vermeiden, mit der Hand an die Oberkante des Armaturenbretts zu stoßen; die Schweden frästen eine zureichende Aussparung ins Edelholz und das Problem war erledigt. - Natürlich wurde die Aussparung auf das sorgfältigste mit Leder ausgekleidet.

 
Rolls-Royce Silver Wraith by Nordberg

Diese penible Sorgfalt ist überhaupt eines der kennzeichnenden Merkmale für diesen Rolls-Royce Silver Wraith. Bei der Materialwahl sowieso, insbesondere aber bei der Verarbeitung wurde höchster Standard verwirklicht. Ähnliche Sorgfalt hat der Wagen in seinem weiteren Dasein erfahren, so das er sich heute in beeindruckend gut erhalten zeigt. Dies ist der einzige Silver Wraith, der bei Nordberg in Stockholm karossiert worden ist. 

Rolls-Royce Silver Wraith by Nordberg


 

(©) Copyright 1997-2013 K.-J. Roßfeldt / Information on this site is for viewing and personal information only. Information and photos are protected by copyright. Any unauthorized use or reproduction of material from this site without written permission is strictly prohibited. Infringement of copyright will rise to both civil law remedies and criminal penalties.
Comments and support to: archives webmaster          Url: http://www.rrab.com